Khmer Wedding

Am 12. Juni waren wir zu einer Hochzeit in unserer Gemeinde eingeladen.
Ich war sehr gespannt wie so eine christliche kambodschanische Hochzeit abläuft. Wir machten uns schick und zogen unsere traditionellen Seidenröcke an. Es gab eine kurze Predigt, die Eltern der Braut und des Bräutigams sprachen ihren Segen über die Ehe aus und mehr habe ich ehrlich gesagt auch nicht verstanden 😀 Gemeinsam mit einer meiner Highschoolschülerinnen überreichte ich dem Brautpaar ein Geschenk in Form von Geld. Die ganze Zeremonie dauerte etwa eine Stunde. Zum Abschluss gab es noch ein leckeres Essen für alle. Ich war total froh diese Hochzeit miterleben zu dürfen.

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Rattenfreuden

In einem früheren Blogeintrag habe ich bereits erwähnt, dass wir Ratten im Haus haben, die mich nachts manchmal wach halten indem sie über meiner Zimmerdecke hin und her rennen. Ansonsten haben sie mich nicht sonderlich gestört, da ich sie nie zu Gesicht bekam.

Doch eines Morgens, so gegen 4 Uhr, wurde ich von einem Rascheln geweckt. Ich bin es schon gewöhnt immer wieder Tiergeräusche zu hören, doch diesmal war es anders. Diesmal kamen die Geräusche aus meinem Zimmer. Schnell schaltete ich das Licht an. Doch es war nichts zu sehen. Also schaltete ich das Licht wieder aus und redete mir beruhigend ein, dass das Moskitonetz jegliche Tiere von mir fernhält. Irgendwann schlief ich dann wieder ein.
Da hörte ich auf einmal erneut besagte Geräusche. Diesmal waren sie lauter. Ich fuhr auf, machte das Licht an und saß kerzengerade in meinem Bett. Und da sah ich sie.. Wie sie innerhalb von Millisekunden an meinem Regal herunterkletterte und unter mein Bett rannte: Eine große, schwarze und gemeine Ratte. Ich war erstmal gelähmt vor Angst. Dann überkam mich die Panik. Ich nahm all meinen Mut zusammen und sprang zur Tür, riss sie auf und flüchtete nach unten. Nachdem ich diesen Schreck erstmal verarbeitet hatte, legte ich mich in Christinas Bett (sie war zu dem Zeitpunkt im Urlaub) um auszuschlafen.

Nachdem ich noch ein zweites Mal nächtlichen Rattenbesuch bekam, stellten wir 6 Fallen auf meinem Stockwerk auf und verteilten überall Rattengift. Denn es schien, als hätten sie sich vermehrt. Wir hörten sie immer wieder, auch tagsüber und sie fraßen Löcher in unsere Decke und zerfetzten meine Hose. Nachdem die Ratten es zwei Wochen lang immer wieder geschafft hatten die Köder aus den Fallen zu klauen ohne gefangen zu werden, fingen wir dann endlich Eine und dem Gestank nach zu urteilen starb wohl mindestens eine weitere Ratte am Gift. Eigentlich bin ich sehr Tierlieb – doch ich habe mich sehr über ihr Ableben gefreut. Nun kann ich nachts wieder ruhig schlafen. (Naja nicht ganz.)

Schon wieder Stromausfall…

Wie ihr wisst, lebe ich in einem Dorf auf dem Land. Stromausfälle gehören hier zum Alltag dazu. Sie kommen immer unerwartet. Wenn ich gerade am arbeiten, duschen, kochen oder einschlafen bin überraschen sie mich aus dem Hinterhalt. Auf einmal gehen alle Lichter aus, es wird stockdunkel und das Internet funktioniert nicht mehr. Doch das schlimmste ist, dass der Ventilator, der mich vor der schwülen Hitze beschützt, auf einmal langsamer wird.. immer langsamer.. bis er nur noch leblos dasteht. Und schon umgibt mich die heiße, stickige und feuchte Luft. Dann bleibt mir nichts mehr übrig, als verzweifelt auf den Strom zu warten. Manchmal erlöst er mich schon nach ein paar Minuten. Doch es kommt auch vor, dass ich stundenlang vergebens warte und schwitze und nichts tun kann. An guten Tagen haben wir gar keinen Stromausfall. An manchen Tagen haben wir mehrere.. unser Rekord liegt bei 6-8 Stromausfällen an einem Tag.
Wenn dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, der Strom völlig unerwartet wieder kommt, freue ich mich wie ein Honigkuchenpferd. Doch die Anspannung, dass er erneut ausfallen könnte bleibt. Ich habe den Strom wirklich zu schätzen gelernt, sowie die Tatsache, dass so etwas in Deutschland kaum vorkommt.

 

Frohe Ostern und „Suasdej chnam thmey“ [Frohes neues Jahr]

Während wir vergangenes Wochenende die Auferstehung Jesu gefeiert haben, feierten die Khmer (auch die Christen) drei Tage lang den Eintritt in das neue Jahr 2560. Sie feierten ausgelassen, mit lauter Musik und guter Laune. Zudem bewarfen sie sich gegenseitig mit Wasserbomben und rannten mit geladenen Wasserspritzpistolen durch die Gegend. Auch wir blieben nicht unversehrt. Ana und ich waren gerade dabei unser Moped (mit einem platten Reifen) in der sengenden Mittagshitze zur Werkstatt zu schieben. Da kamen uns drei Jugendliche auf dem Moped entgegen, wünschten uns einen schönen Tag und bewarfen uns mit Wasserbomben.
Ansonsten hatten wir wirklich schöne Ostern. Christinas Vater war zu Besuch. Wir machten Musik zusammen, feierten das Abendmahl und hörten uns eine Predigt an.

Babypuderschlacht

Gerade sind noch Schulferien, aufgrund des „Khmer Neujahr“. Die Schüler haben eine lustige Tradition um diese Ferien einzuläuten. Sie schütten sich gegenseitig Babypuder ins Gesicht, auf den Kopf oder in die Haare. Jede Pause verbringen sie mit der Babypuderschlacht und machen auch vor den Lehrern nicht Halt. So hat es eines Tages nach dem Unterricht auch mich erwischt. Gleich mehrere Kinder hatten es auf mich abgesehen und mich von allen Seiten zugepudert. Wir alle hatten Spaß dabei und ich war berührt, von der lockeren Vertrautheit der Schüler mir gegenüber.

Manila

Nach der Konferenz nahmen wir uns zusammen Urlaub, den wir zu Beginn noch im Resort und danach in Manila verbrachten. Die beiden Freiwilligen Mädels aus Manila zeigten uns die Stadt und ihre jeweiligen Arbeitsplätze. Das war sehr interessant. Manila ist eine spannende und riesige Stadt. Man sieht deutlich die Schere zwischen Arm und Reich.

DER VERKEHR..

..ist ziemlich krass in Manila. Es gibt dauernd Stau, man kommt also nur sehr sehr langsam voran. Es ist unglaublich wie viele Autos gleichzeitig versuchen sich ihren Weg zum Ziel zu bahnen und wie viel Zeit das in anspruch nimmt. Für die Strecke von sieben Kilometern haben wir fast eine Stunde gebraucht.

Als Transportmittel verwenden die Philippinos das sogenannte Jeepney. Das ist ein langer Bus aus Metall, der von außen ganz bunt verziert ist. Im Innenraum befinden sich zwei lange, sich gegenüberliegende Sitzbänke. Und wenn das Jeepney voll ist, hängen sich die Männer einfach außen dran. Außerdem gibt es noch das Tricycle. Das besteht aus einem Moped und einem sehr kleinen Beiwagen. Wenn man (wie wir) mit vielen Personen unterwegs ist, muss man sich wirklich zusammenquetschen um einigermaßen reinzupassen.

BALUT

Wir haben die Philippinische Spezialität ‚Balut‘ probiert. Das ist ein halbausgebrütetes Hühnerei und es hat mich einiges an Überwindung gekostet es zu essen. Der Geschmack an sich ist nicht übel, doch die Konsistenz ist sehr unappetitlich. Ich habe es jedoch nicht bereut es gewagt zu haben 😀

BYE BYE MANILA

Nach dieser wunderschönen Zeit machten wir drei Kambodschaner und wieder auf den Weg nach Kambodscha. Ich bin wirklich dankbar auf den Philippinen gewesen zu sein. Die Menschen sind sehr freundlich, die Kultur sehr interessant und die Natur wunderschön. Da bleibt mir nur eines zu sagen: Salamat! [Danke auf Tagalog]
Der Abschied fiel mir zwar schwer, doch als wir in unserem schönen Kambodscha ankamen wurde mir klar, wie sehr ich das Land und die Menschen vermisst habe.

Man ist schnell dabei die unterschiedlichen Aspekte unserer Länder und Aufgaben zu vergleichen, doch ich weiß, dass ich hier in Kambodscha auf dem Land am richtigen Platz bin und mich jederzeit wieder dafür entscheiden würde.

It’s more fun in the Philippines

Ende Januar fand die diesjährige Regionalkonferenz der Allianz-Mission statt. Und zwar auf den Philippinen. Das heißt, alle Missionare der AM aus Süd-Ost-Asien trafen sich für 5 Tage um sich auszutauschen, sich gegenseitig zu ermutigen und bestimmte Themen zu erörtern. Ana, Christina und ich waren natürlich auch mit dabei. Während dieser Zeit wohnten wir in einem Resort direkt am Strand auf der Insel Mindoro.

Wir Freiwilligen aus den jeweiligen Ländern waren in dieser Zeit für die Betreuung der Missionarskinder zuständig. Unser Freiwilligen-Team bestand aus 4 weiteren Mädels, die wie wir ein FSJ absolvieren. Vor der Konferenz einigten wir uns darauf mit den Kindern während der Konferenz das Buch Daniel durchzunehmen und auf kreative Weise zu erzählen. „Sei mutig und stark“, das war der Hauptgedanke den wir durch die Geschichte Daniels vermitteln wollten. Außerdem spielten wir mit den Kindern am Strand, bastelten, präsentierten den Eltern eine Zirkusvorstellung und bedruckten T-shirts. Die Kinder hatten viel Spaß dabei und auch die Eltern waren dankbar und freuten sich für die Kinder. Wir hatten trotz der Anstrengung auch viel Spaß während der gesamten Zeit. Es war schön so viele deutschsprachige Missionare zu treffen und mich mit ihnen austauschen zu können. Vor allem die Gemeinschaft und Freundschaft unter uns Freiwilligen habe ich sehr genossen.

Es kreucht und fleucht

In Kambodscha leben außer den Menschen natürlich auch Tiere. Es gibt vor allem viele Kühe, Hunde, Hühner und Katzen. Doch es gibt auch Tiere, die ich von zu Hause nicht kenne und an deren Anwesenheit ich mich erst einmal gewöhnen musste.

Zum Beispiel gibt es unzählige kleine Geckos. Sie ernähren sich von Fliegen und kleinen Insekten, d.h. sie sind sehr nützlich für unseren Haushalt – und recht niedlich. Doch seit dem wir in Srae Ambel leben haben wir auch die Bekanntschaft mit großen Geckos gemacht. Wir haben 3-4 davon bei uns im Haus. Sie sehen zwar ein bisschen furchteinflößend aus, und anfangs waren sie  mir nicht ganz geheuer, doch auch sie bewiesen sich als friedliche und nützliche Mitbewohner.

Und dann gibt es noch die Ratten. Ana und Christina haben sie jeweils schon zu Gesicht bekommen im Bad. Ich zum Glück noch nicht. Doch eines Morgens als ich gerade Pancakes machen wollte, fand ich ein Rattenbaby zusammengekauert neben unserem Herd. Das war ziemlich süß. Doch leider mussten wir sie entsorgen, da es nicht für immer so süß bleiben würde.

Schlangen habe ich natürlich auch schon gesehen. Allerdings nicht so viele wie ich anfangs gedacht hatte. Die erste Schlange lag auf dem Weg zur Familie Stahl. Es war schon dunkel und Christina und ich waren zu Fuß unterwegs. Wir hörten ein paar Kinder, wie sie aufgeregt „Poh“ [Schlange] riefen und machten uns schon auf das schlimmste gefasst. Doch die Schlange war bereits tot.

Die zweite Schlange erwartete uns an einem Wasserfall in Kampot als wir mit unserem Team einen Ausflug dorthin unternahmen. Sie war riesig und wir bekamen einen großen Schreck.
Doch auch diese Schlange war zum Glück nicht mehr am Leben.

 

 

 

 

Roomtour

Das ist übrigens das Haus in dem wir wohnen. Wir haben viel Platz für all unsere Aktivitäten mit den Kindern oder den Highschoolmädels. Zu dem Haus gehören auch zwei schöne und treue Wachhunde. Wir haben sie Pongo und Krümel getauft.

 

In meinem Zimmer fühle ich mich schon von Anfang an richtig wohl. Allerdings werde ich nachts regelmäßig von ein paar Geckos und Ratten geweckt die über meiner Decke hin und her rennen und fiepen. Als ich diese Geräusche das erste mal nachts gehört habe, schreckte ich sofort auf und schaltete das Licht an. Ich hatte unglaubliche Angst und konnte die nächsten Stunden nicht mehr einschlafen, da ich nicht wusste was da über mir geschieht. Zudem war es auch viel zu laut um schlafen zu können. Das ganze wiederholte sich ein paar Nächte. Mittlerweile weiß ich wer die Übeltäter sind und ich bin überrascht, dass so kleine Tiere so viel Lärm machen können. Doch ich habe mich daran gewöhnt und habe keine Angst mehr. Manchmal wache ich zwar noch davon auf, kann aber ohne Probleme wieder einschlafen 🙂